Schachlich und technisch suboptimal

Die erste Runde der Deutschen Schach Online Liga (DSOL) verlief alles andere als zufriedenstellend für uns.

Schachlich lief es nicht gut und die Technik (Chessbase-Software) war alles andere als ausgereift.

Tammo unterlief am Notebook ein Touchpad-/Mausslip, der ihn eine Figur kostete. Im analogen Schach wäre das nicht passiert.

Christoph kam in einer Sizilianisch-Variante unter die Räder. Er ließ einen Königsangriff seines Gegners zu, der unabwendbar zum Matt geführt hätte.

Uwe verlor bei einem Abtausch eine Figur. Er kämpfte aber bis zum Schluss und ließ sich von seinem Gegner zeigen, dass der in der Lage war, mit Läufer und Springer Matt zu setzen.

Das war der schachliche Teil. Und bei dem fehlt eine Partie. Arne hatte nicht mit dem Gegner, sondern mit Chessbase zu kämpfen. Wenige Züge nach Beginn der Partie warf die Software ihn mit den Hinweis "Doppellogin" raus. Danach war es Arne nicht mehr möglich, sich einzuloggen und seine Partie weiter zu spielen. Laut Chessbase-Software war er noch eingeloggt, obwohl sein Rechner mittlerweile heruntergefahren war.

Der Zoom-Chat, der vom Schachbund und Chessbase zur Unterstützung angeboten wurde, war so überlastet mit Problemen aus anderen Wettkäpfen, dass wir mit einer Meldung des Sachverhaltes nicht durchgedrungen sind. Einzig der Mannschaftsführer der gegnerischen Mannschaft meldete sich bei mir, um nachzufragen, was mit unserem Spieler los sei (sehr löblich). Nachdem wir das Problem nicht lösen konnten, haben wir unserem Gegner den Punkt überlassen. Im Mailverkehr mit den Organisatoren bekam ich noch den Ratschlag, mich mit dem gegnerischen Mannschaftsführer über eine Nachholpartie zu einigen. Angesichts des Verlaufes der anderen Partien erschien uns das aber nicht notwendig.

Wir haben in dieser Klasse keine Ambitionen, sondern wollten eigentlich Spaß haben.

Ein weiteres technisches Problem war die Chessbase-Software, die ich als Mannschaftsführer während des ganzen Wettkampfes laufen lassen musste. Der Start des Kampfes funktionierte noch, danach übte sich die Software aber teilweise in Arbeitsverweigerung, so dass ich das Ergebnis schließlich per Mail an die Verantwortlichen gemeldet habe.

VfR Heisfelde - SC Ostertal 0: 4
Dr. Homann, Arne - Arriens, Damien - : +
Aden, Tammo - Kreuscher, Wolfgang 0 : 1
Hansen, Uwe - Metzler, Jonas 0 : 1
Schoon, Christoph - Schäfer, Lukas 0 : 1

Es bleibt zu hoffen, dass Chessbase die Probleme in den Griff bekommt.

Fazit: Die Idee, eine Online-Liga zu starten, war gut. Die Umsetzung ist aber viel zu kompliziert, die Chessbase-Software ist zu fehlerhaft. Und als Mannschaftsführer tut man gut daran, bei einem Heimspiel nicht selber zu spielen - was im analogen Schach eigentlich kein Problem darstellt. Dazu passend die Aussage eines Spielers: "Analog macht mehr Spaß".

Andererseits: Was ist zu erwarten, wenn sich zwei aus der Zeit gefallene Dinosaurier (Schachbund und Chessbase) zusammentun.

Moderne Plattformen wie Lichess und Chess.com zeigen, wie man Mannschaftskämpfe technisch sauber umsetzen kann. Auch, wenn es da bei unerwartet hohem Aufkommen zu Problemen kommen kann. Die werden dann meistens schnell gelöst.


Zeiten

Jugendliche
Anfänger:
freitags 18-19 Uhr
Fortgeschrittene:
freitags 19-20 Uhr
Spielabend
freitags ab 20 Uhr

Spiellokal

Heisfelder Straße 192
26789 Leer
Seiteneingang und dann die Treppe hoch

Taktik des Tages